Tote Rehe und weiße Stöckelschuhe
Unsere Fähre nach Japan war klein, sehr klein. Und die Wellen waren groß, größer als unsere Fähre. Zum Glück war unsere Fähre ein Tragflügelboot, das über die Wellen drüber glitt - sollte es jedenfalls. Zudem hatte es elektronische Stabilisatoren. So ganz haben die Japaner ihrer Fähre aber selber nicht getraut, denn während der gesamten 3-stündigen Überfahrt sollte man angeschnallt bleiben. Wegen der Stabilisatoren schaukelte das Boot nicht gleichmäßig hoch und runter, sondern völlig unvermittelt hin und her, hoch und runter, kreuz und quer. Im TV lief ein amerikanischer schwarz-weiß Heimatfilm der Marke "Meine kleine Farm". Ein kleiner Junge hatte sich mit einem Reh angefreundet, das er zum Schluss erschießen mussten. Dazu klatschten andauernd geräuschvoll hohe Welle gegen den Rumpf des Schiffes und wir ruckelten Richtung Japan.

Liebling, ich habe die Fähre geschrumpft
In Japan waren wir die letzten, die an der Grenzkontrolle die Pässe vorzeigten. Die Beamten hatten jetzt genügend Zeit, um uns ihre gesamte Aufmerksamkeit zu schenken. Immer wieder musste ich bestätigen, dass Sanae meine Ehefrau ist. Ja genau, die da drüben. Ja, wir sind verheiratet. Den Typen wollten sich die Grenzbeamten dann mal genauer ansehen. Ich musste die Taschen ausleeren, die Koffer öffnen und meine Schuhe ausziehen. Ich weiß nicht, ob es an meinen Socken lag, jedenfalls wurde mein Visum spontan auf drei Jahre verlängert. Arigato. Vielen Dank.
Der erste Japaner, den ich vor dem Hafengebäude gesehen habe, war ein etwa 50-jähriger Mann auf weißen Stöckelschuhen, im weißen Minirock mit der dazu passenden weißen Handtasche. Willkommen im Land der Konformität.

Liebling, ich habe die Fähre geschrumpft
In Japan waren wir die letzten, die an der Grenzkontrolle die Pässe vorzeigten. Die Beamten hatten jetzt genügend Zeit, um uns ihre gesamte Aufmerksamkeit zu schenken. Immer wieder musste ich bestätigen, dass Sanae meine Ehefrau ist. Ja genau, die da drüben. Ja, wir sind verheiratet. Den Typen wollten sich die Grenzbeamten dann mal genauer ansehen. Ich musste die Taschen ausleeren, die Koffer öffnen und meine Schuhe ausziehen. Ich weiß nicht, ob es an meinen Socken lag, jedenfalls wurde mein Visum spontan auf drei Jahre verlängert. Arigato. Vielen Dank.
Der erste Japaner, den ich vor dem Hafengebäude gesehen habe, war ein etwa 50-jähriger Mann auf weißen Stöckelschuhen, im weißen Minirock mit der dazu passenden weißen Handtasche. Willkommen im Land der Konformität.
kkchan - 16. Jun, 12:27
