Tanz in Funabashi
Am Sonntag war ich als Blumenmädchen aktiv. Meine Schwiegermutter nimmt seit einem Jahr Tanzunterricht und hatte gestern ihren ersten großen Auftritt in Funabashi, einem dieser unzähligen gesichtslosen Vorstädte Tokios. Die ganze Veranstaltung erinnerte mich stark an einen Film von Aki Kaurismäki, was wohl daran lag, dass die Atmosphäre irgendwo auf der dünnen Linie zwischen niederschmetternd und hoch interessant bizarr lag. Das fing schon beim Gebäude an: Das Haus war von außen hellgrün angestrichen, innen mit dicken roten Teppichen und rosa Samt ausstaffiert, der Aufzug klapperte vor sich hin und alles wirkte wie eine drittklassige Pension in Osteuropa. Am Empfang saß ein Japaner, der aussah wie Elvis, aber sicherlich einige Jahre vor Elvis das Licht der Welt erblickt hatte. Auch die Teilnehmer der Tanzveranstaltung befanden sich vom Alter her irgendwo zwischen den Golden Girls und Methusalem.

Nur eine einzige Tänzerin war ungefähr so alt wie wir und gewann daher folgerichtig den Preis als beste junge Teilnehmerin. Herzlichen Glückwunsch. Leider hatte sich die junge Dame offenbar nicht getraut, Freunde einzuladen. Vielleicht hatten sich die Bekannten auch erfolgreicher vor dem Besuch gedrückt als wir. Jedenfalls wurde meine Frau gebeten, der jungen Teilnehmerin nach dem Tanz einen Blumenstrauß zu überreichen.
Ich war von meiner Schwiegermutter bereits Wochen vorher als Blumenmädchen engagiert worden. Während Sanaes Mutter also von ihrem nerdigen Tanzlehrer über die Fläche gewirbelt wurde, mehrmals fast das Gleichgewicht verlor, sich dann aber immer wieder berappelte und weiter stürmte, musste ich den eigens bestellten Blumenstrauß aus der monströsen Verpackung zerren. Kaum war der Tanz vorüber, durfte ich hübsch zurechtgemacht im Anzug und mit ordentlich gekämmtem Haar im Blitzlichtgewitter auf die Tanzfläche eilen, die Blumen überreichen und mich tief verbeugen. Zum Schluss war dann Damenwahl. Gott sei Dank hatte Sanae mir das rechtzeitig übersetzt, so dass ich mit einem beherzten Sprint auf die Toilette entfliehen konnte.

Nur eine einzige Tänzerin war ungefähr so alt wie wir und gewann daher folgerichtig den Preis als beste junge Teilnehmerin. Herzlichen Glückwunsch. Leider hatte sich die junge Dame offenbar nicht getraut, Freunde einzuladen. Vielleicht hatten sich die Bekannten auch erfolgreicher vor dem Besuch gedrückt als wir. Jedenfalls wurde meine Frau gebeten, der jungen Teilnehmerin nach dem Tanz einen Blumenstrauß zu überreichen.
Ich war von meiner Schwiegermutter bereits Wochen vorher als Blumenmädchen engagiert worden. Während Sanaes Mutter also von ihrem nerdigen Tanzlehrer über die Fläche gewirbelt wurde, mehrmals fast das Gleichgewicht verlor, sich dann aber immer wieder berappelte und weiter stürmte, musste ich den eigens bestellten Blumenstrauß aus der monströsen Verpackung zerren. Kaum war der Tanz vorüber, durfte ich hübsch zurechtgemacht im Anzug und mit ordentlich gekämmtem Haar im Blitzlichtgewitter auf die Tanzfläche eilen, die Blumen überreichen und mich tief verbeugen. Zum Schluss war dann Damenwahl. Gott sei Dank hatte Sanae mir das rechtzeitig übersetzt, so dass ich mit einem beherzten Sprint auf die Toilette entfliehen konnte.
kkchan - 6. Aug, 09:40
