Freitag, 22. Juni 2007

Erstes Spiel, schon scheiße

"Erster Pass, schon scheiße", hat der große Fußballlehrer Steppi Stepanovic mal gesagt. Ich kann nun hinzufügen: Erstes Spiel, schon scheiße. Dabei hatte alles gut angefangen. Die Sonne schien, das Stadion von JEF United Chiba war ausverkauft und wir standen mitten in der Fankurve. Vor dem Spiel hatte ich 10 Minuten in dichten Grillrauch-Schwaden verbracht, um Spare Ribs zu kaufen. Die Portion entsprach einem halben Schwein, war auch genauso teuer und hätte ausgereicht, um eine japanische Durchschnittsfamilie einen Tag lang zu ernähren. In der linken Hand ein Bier, in der rechten Hand die Spare Rips konnten wir dann nach 5 Minuten das erste Tor gegen den Tabellenführer Gamba Osaka bejubeln. Danach schleppte sich das Spiel so dahin. In der zweiten Hälfte glich Osaka kurz nach Wiederanpfiff aus und bekam in der 90. Minute einen Freistoß an der Straufraumgrenze zugesprochen. Es kam, was kommen musste. Der dämliche Keeper spekulierte, der Ball segelte in die Torwartecke und JEF UNited rutschte auf einen Abstiegsplatz. In diesem Moment wurde mir klar, dass mir rund 12.000 Kilometer von Müngersdorf entfernt die gleiche miese Saison bevorstand wie zuhause - immerhin ein Stück Vertrautheit.

Chiba
2 Stunden vor Spielbeginn: Die Stimmung steigt

Auf der Toilette habe ich dann noch einem anderen Fan erzählt, dass ich aus Köln komme (er fragte danach). Daraufhin begann eine nicht enden wollende Lobhudelei auf Littbarski, der früher mal für JEF United gespielt hat. Ein zweites Stück Gemeinsamkeit.

Yanagawa

Am letzten Tag auf Kyushu sind wir nach Yanagawa gefahren, das bekannt ist für seine vielen kleinen Kanäle. Ehrlich gesagt habe ich schon schönere Kanäle gesehen, aber die Sonne schien und unser Bootsführer war 75 Jahre alt. Den Job machte er seit 35 Jahren und seitdem riss er wahrscheinlich auch die immer gleichen Witze, die allerdings wirklich lustig waren - (soweit ich das verstehen konnte). Auf der Fahrt durch die Kanäle gab es Bier und der Bootsführer erzählte, dass eines Tages ein Japaner dreimal hintereinander aus dem Boot gefallen sei, weil er so betrunken war. Das passierte uns nicht, wehalb wir am Nachmittag mit guter Laune und trockener Kleidung in den Shinkansen steigen konnten, um nach Tokio zu fahren.

Boot
Bootsführer

Yanagawa
Yanagawa

Höhepunkt der Fahrt war mein o-bento. Ein o-bento ist eine Art Lunchpaket deluxe. Jede Region in Japan hat ihre eigenen o-bentos in die die lokalen Spezialitäten verpackt werden. Kauft man ein o-bento im Bahnhof, heißt es eki-bento - also Bahnhofsbento. Ende des VHS-Teils.

Obento
Eki-Bento von Kyushu

Die Fahrt ging vorbei an den wichtigsten touristischen Höhepunkten Japans: Hiroshima, Osaka, Kyoto und zum Schluss konnten wir den Fuji sehen. Allerdings klebten schon nach wenigen Sekunden alle Japaner verzückt an der Fensterscheibe. Weil ich nicht so reaktionsschnell war, konnte ich leider kein Foto vom Fuji machen. Ich kann aber sagen, dass der Fuji ein wirklich sehr schöner und beeindruckender Berg ist und ich die Begeisterung der Japaner gut verstehe.

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Beleidige mich net so du angeber mit scheißsoße obendrauf...
Koshi (Gast) - 8. Feb, 09:24
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