Sonntag, 8. Juni 2008

Matsuri

Bilder vom Matsuri (Volksfest) im Stadtteil Kita-Shinagawa

Matsuri in Shinagawa
Oilan, in der Edo-Zeit beruehmte "Gesellschaftsdamen"

Matsuri in Shinagawa
Mikoshi, kleine Schreine, werden zum Shinagawa-Schrein getragen

Matsuri in Shinagawa

Matsuri in Shinagawa

Matsuri in Shinagawa
Junge Frauen in typischer Matsuri-Kleidung

Matsuri in Shinagawa

Mittwoch, 12. März 2008

Buddha im Schnee

Buddha

Online - endlich

Nach drei Monaten ist es vollbracht: Der Internetanschluss in unserer neuen Wohnung funktioniert. Der ganze Prozess ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Deregulierung besser nicht machen sollte. Unseren Anschluss hatten wir im November 2007 beim zweitgrössten Telekommunikationsunternehmen Japans beantragt.

Da wir aber keinen Telefonanschluss haben und unser Vormieter auch keinen hatte, mussste die Firma erstmal bei NTT, dem Ex-Monopolisten nachfragen, ob sie die Telefonleitung benutzen darf, denn NTT gehören immer noch die meisten Leitungen. NTT hat sich natürlich viel Zeit gelassen, die Anfrage ihrres Konkurrenten zu beantworten. Ich kann mir das gut vorstellen. In irgendeinem fensterlosen Kämmerchen sitzt der faulste Mitarbeiter, den NTT auftreiben konnten. Um in herum türmen sich meterhoch die Antragsformulare. Um 12 Uhr ist Mitagspause und um 16 Uhr Dienstschluss.

Jedenfalls tat sich erstmal gar nichts. Nach langer Zeit wurde uns schriftlich mitgeteilt, dass ein Mitarbeiter in drei Wochen "so zwischen 8 und 15 Uhr" kommen werde, um die Leitung zu "überprüfen". Leider hatten wir an diesem Tag keine Zeit. Die Hotline-Tussie meinte dann, uuuhhh, das werde schwierig, einen früheren Termin gäbe es leider nicht, man werde uns einen neuen Termin per Post schicken. Der Brief komme wahrscheinlich so in zwei Wochen an. Nach zwei Wochen kam er dann auch. Der Termin war exakt der gleiche, aber diesmal kündigte NTT an, man werde "so zwischen 13 und 17 Uhr" kommen.

Ich habe daraufhin alle möglichen Termin verschoben, um das Ganze endlich zu einem glücklichen Ende zu bringen. Am vereinbarten Tag, kam der NTT-Mitarbeiter um exakt 13 Uhr, kniete sich vor den Telefonanschluss, murmelte etwas in sein Handy, stand wieder auf und teilte mir mit, dass alles in Ordnung sei, allerdings sei unsere Vermieterin krank. Das ist natürlich bedauerlich, aber was das mit unserem Internetanschluss zu tun hat, weiß ich immer noch nicht. Am nächsten Tag (heute) kam dann der Mitarbeiter der Internetfirma, stöpselte alles ein, erklärte mir, wie ich den Internet-Explorer öffnen kann (faszinierend) und wie ich das Mail-Program meines eigenen Computers benutze (ebenfalls faszinierend). Nun ist alles geschafft und ich bin fest entschlossen, wieder mehr in diesem Blog zu veröffentlichen.

Sonntag, 24. Februar 2008

Leben in Japan

Ich lebe noch, habe aber immer noch keinen Internetanschluss und kann daher auch keine laengeren Beitraege schreiben. Schuld hat Japans Ausgabe der Deutschen Telekom "NTT".

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Japanische Weihnachten

In der Vorweihnachtszeit habe ich mich hier richtig heimisch gefuehlt. So hat beispielsweise das englischsprachige Stadtmagazin Metropolis als Weihnachtsgeschenk einen Christstollen der Koelner Baeckerei Oebel empfohlen.

Auch eine Umfrage eines grossen Tempels erinnerte mich an zuhause. Die Moenche wollten wissen, was fuer die Japaner das Schriftzeichen des Jahres 2007 gewesen ist. Die Mehrheit entschied sich fuer ein Zeichen, das uebersetzt ungefaehr "falsch" heisst. Gewaehlt wurde das Zeichen, da in den vergangenen Monaten hier einige Lebensmittelskandale Schlagzeilen gemacht haben, bei denen Firmen schlecht gewordene Lebensmittel mit neuen Haltbarkeitsetiketten wieder in den Handel gebracht hatten.

Fuer heimatlich Gefuehle sorgte zudem die Pisa-Studie. Japan ist in allen Kategorien abgerutscht. Ein Mitarbeiter des Ministeriums verkuendete daraufhin, man werde wohl auch nie wieder in die Spitzengruppe zurueckkehren. Die Zeitungen war nicht ganz so entspannt und hatten schnell ein griffiges Wort fuer die Situation gefunden: Pisa-Schock. Klingt alles sehr vertraut.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Japanische Tastatur

Meine stets nach Erkenntnis strebenden Ex-Kollegen fragten neulich wie eine japanische Tastatur aussieht. Die kurze Antwort: genauso wie eine deutsche. Um zu erklaeren, wie man die japanischen Zeichen eingibt, muss ich etwas ausholen. Im Japanischen gibt es drei verschiedene Zeichen: Kanji, Hiragana und Katakana. Letzere werden vor allem verwendet, um auslaendische Woerter zu schreiben und spielen fuer die Erklaerung keine Rolle. Hiragana ist eine Silbenschrift, die aus 46 Zeichen besteht. Mit den einzelnen Zeichen lassen sich Laute wie mi, ma, me, mo, ta, te, to, ni na, ne, no und so weiter darstellen. Kanji sind Zeichen, die urspruenglich aus dem Chinesischen kommen. Im Alltag werden rund 2.000 benutzt. Japanische Woerter lassen sich somit auf zwei Arten schreiben: als Kanji oder mit Hiragana. Ein Beispiel: Japan heisst auf Japanisch Nihon. In Hiragana sieht das dann so aus: にほん。Das erste Zeichen steht fuer ni, das zweite fuer ho und das dritte fuer n. In Kanji geschrieben, sieht der Name Nihon so aus: 日本。

Um nun Kanji einzugeben, tippt man auf der Tastatur "nihon" ein. Der Computer wandelt das dann automatisch in die drei Hiraganazeichen um. Dann drueckt man Space und rubbeldiekatz wandelt der Computer das ganze in Kanji um. 

Wer es mal probieren moechte, kann sich bei Microsoft den "Global IME Japanese" sowie das "Japanese Language Pack" runterladen, mit denen man dann auch auf deutschen PCs japanische Schriftzeichen eingeben kann (natuerlich ausserhalb der Arbeitzeit).  

Montag, 10. Dezember 2007

Umzug

Ich bin am vergangenen Wochenende umgezogen und habe noch keinen Internetanschluss. Die Beschreibung japanischer Tastaturen muss ich daher erstmal verschieben.

Samstag, 1. Dezember 2007

Evel Knievel ist tot

Evel Knievel ist tot! Wie traurig. Ich habe Herrn Knievel vor allem wegen seiner geschmackvollen Bilder gemocht.

Dienstag, 27. November 2007

Momiji

Der rote Ahorn macht endlich, was er schon vor ein, zwei Wochen hätte tun sollen, aber wegen des ungewöhnlich warmen Herbstes bislang beharrlich ablehnte: Er wird rot. Da in unserer Nachbarschaft schon vor langer Zeit jedes Stück Natur konsequent in Beton verwandelt wurde, sind wir am Sonntag quer durch die halbe Stadt gefahren, um einen Park zu besuchen, der berühmt ist für seinen momiji, also für seinen roten Ahorn. Auf die Idee waren allerdings eine ganze Menge anderer Leute auch gekommen.

Momiji
Koishikawa-Korakuen Park

Trotz der Menschenmassen hat sich der Besuch aber trotzdem gelohnt. Neben rotem Ahorn konnte man vor allem die neuesten Fotoapparate bestaunen, denn, wer hätte es gedacht, Fotografieren ist hier in Japan ein beliebtes Hobby. Und so wie der deutsche Wanderer nie ohne sündhaft teuere Goretex-Jacke, Hightech-Rucksack und atmungsaktive Schuhe durch die Einöde der Eifel dackelt, so geht der japanische Hobby-Fotograf auch nicht ohne seine riesige Fotoausrüstung aus dem Haus. Manche schleppten Objektive durch den Park, mit denen man vermutlich aus 200 Meter Entfernung Portraitfotos sämtlicher Blattläuse machen kann, andere wiederum zückten winzige Kameras, um die sie jeder Stasi-Leutnant beneidet hätte. Mit meiner Wald-und-Wiesen-Kamera bin ich mal wieder kräftig aus der Reihe getanzt, aber das macht man hier als Ausländer sowieso ständig.

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